ADHS – wenn das Gehirn seinen eigenen Rhythmus hat
Kennst du das?
Dein Kind beschäftigt sich lange mit Lego oder seinem Lieblingsthema. Beim Arbeitsblatt scheint aber bereits der erste Schritt fast unmöglich. Und vielleicht hörst du: „Es kann doch, wenn es will.“
Was dahinterstecken könnte
ADHS ist eine neuroentwicklungsbezogene Störung, bei der Aufmerksamkeit, Aktivitätsniveau und/oder Impulsivität betroffen sein können. Auch Planen, Starten, Handlungssteuerung und Emotionsregulation bereiten manchen Kindern Schwierigkeiten. Sich für ein Lieblingsthema lange begeistern zu können, bedeutet nicht, dass sich die Aufmerksamkeit jederzeit nach äußeren Anforderungen steuern lässt. Wie ADHS sich zeigt, unterscheidet sich von Kind zu Kind.
Forscht mal
Wann gelingt deinem Kind der Einstieg? Was macht die Aufgabe zugänglich: gemeinsames Anfangen, sichtbare Schritte, Bewegung oder kurze Pausen?
Zum Ausprobieren
Nur den ersten kleinen Arbeitsschritt zeigen, statt das gesamte Arbeitsblatt zu erklären. Eine leise Möglichkeit für die Hände oder ein Bewegungsmoment kann passen – sofern es dem Kind hilft und andere nicht stark stört.
Für die Schule
„Wir beobachten, dass mein Kind beim Aufgabenbeginn häufig Unterstützung braucht. Können wir gemeinsam ausprobieren, den ersten Schritt deutlich sichtbar zu machen?“
Vertiefung
Exekutive Funktionen unterstützen uns dabei, Aufgaben zu beginnen, im Blick zu behalten und zu Ende zu führen. Ihre Anforderungen wachsen mit komplexeren Anweisungen. Bei ADHS können besonders Übergänge, Arbeitsgedächtnis und Selbststeuerung belastend sein. Eine gute Lösung muss nicht mehr Disziplin fordern, sondern kann Anforderungen sinnvoll strukturieren. Bei deutlich anhaltender Beeinträchtigung kann eine fachliche Abklärung helfen, Bedürfnisse genauer zu verstehen.