Zur Bibliothek
Wenn die Wellen hochschlagen

Stress, Gehirn und Erreichbarkeit

Kennst du das?

Du erklärst zum dritten Mal, was jetzt passieren soll, während dein Kind immer lauter oder immer stiller wird. Gleichzeitig werden deine Schultern hart und dein Atem flach.

Was dahinterstecken könnte

Unter hoher Belastung wird es schwieriger, Informationen aufzunehmen, Aufgaben zu planen oder Impulse zu steuern. Ein Kind kann etwas grundsätzlich beherrschen und in einer Stresssituation trotzdem nicht darauf zugreifen. Die Frage ist deshalb nicht nur „Was soll mein Kind lernen?“, sondern zunächst „Ist mein Kind gerade erreichbar?“

Forscht mal

Woran merkt ihr, dass Reden noch hilft? Woran erkennt ihr frühe Überlastung? Wie geht es gerade deinem eigenen Körper?

Zum Ausprobieren

Vor dem nächsten Gespräch ein kurzer freiwilliger Körper-Check für beide: Hunger/Essen, Durst/Trinken, Toilette, zu warm/zu kalt, eventuell Müdigkeit oder Schmerzen. Vielleicht sind dann Ruhe, Bewegung, Nähe oder Abstand wichtiger als weitere Worte. Erst in einem ruhigeren Moment gemeinsam überlegen, was künftig hilft.

Für die Schule

„Wenn mein Kind stark angespannt ist, kann es Anweisungen kaum aufnehmen. Können wir schauen, wie es früher eine kurze Entlastung bekommen kann?“

Vertiefung

Frühe Stresszeichen können Unruhe, Rückzug, erhöhte Geräuschempfindlichkeit oder mehr Bewegungsbedarf sein. Solche Zeichen sind individuell. Anhaltende körperliche Beschwerden, Schlafprobleme, Angst oder Schmerzen sollten nicht automatisch nur als Reizüberlastung interpretiert werden.