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Mein Kind verstehen

Gefühlsstark, hochsensibel – und vielleicht steckt noch etwas anderes dahinter?

Kennst du das?

Gefühle kommen mit voller Wucht, oder dein Kind nimmt kleine Veränderungen, Geräusche und Stimmungen intensiv wahr. Vielleicht sind „gefühlsstark“ oder „hochsensibel“ die ersten Worte, bei denen du denkst: Ja, so fühlt es sich an.

Was dahinterstecken könnte

Gefühlsstärke und Hochsensibilität sind beschreibende Begriffe, keine eigenständigen medizinischen Diagnosen. Sie werden manchmal als Softlabels verwendet: als erste, entlastende Orientierung und Gesprächsöffnung. Gleichzeitig lohnt sich eine offene Spurensuche. Hinter dem, was Eltern als Gefühlsstärke beschreiben, kann manchmal ADHS stehen. Hinter sensorischer Empfindsamkeit, die als Hochsensibilität beschrieben wird, kann bei manchen Kindern Autismus stehen. Das ist weder eine Gleichsetzung noch ein Grund, aus einem Merkmal auf eine Diagnose zu schließen. Andere Erklärungen – oder keine Diagnose – sind möglich.

Forscht mal

Was genau erlebt dein Kind? Was macht Freude, was erschöpft? Gibt es anhaltende Schwierigkeiten beim Lernen, in Beziehungen, bei Übergängen oder mit Reizen?

Zum Ausprobieren

Nicht beim Etikett stehen bleiben. Beobachtet konkret, welche Bedingungen Kraft kosten und welche Unterstützung dein Kind möchte.

Für die Schule

„Mein Kind reagiert auf manche Anforderungen sehr intensiv. Wir möchten genauer herausfinden, was dahinterliegen könnte und welche Bedingungen ihm helfen.“

Vertiefung

Ein Softlabel kann Verständnis eröffnen, aber auch Unterstützungsbedarf verdecken, wenn Eltern oder Fachpersonen weitere Belastungen nicht mehr untersuchen. Bei anhaltendem Leidensdruck oder Einschränkungen ist fachliche Einordnung sinnvoll.

Offene Spuren zum Weiterlesen

Nur eine mögliche Spur – keine Bestätigung und keine Diagnose.

ADHS – wenn das Gehirn seinen eigenen Rhythmus hat Autismus – wenn Wahrnehmung und Schulwelt anders zusammenpassen